Korf erfindet eine Mittagszeitung,
welche, wenn man sie gelesen hat,
ist man satt.
Ganz ohne Zubereitung
irgendeiner andern Speise.
Jeder auch nur etwas Weise,
hält das Blatt.
Christian Morgenstern

 

Korf erfindet eine Mittagszeitung war das allererste Gedicht, das ich in meiner Lehre gesetzt und gedruckt habe. Christian Morgensterns Geschöpf gefiel mir. In der Literatur da gibt es den Herrn Keuner von Brecht, den Herrn K. von Kafka und den Herrn Korf von Morgenstern und Jahre später, als ich das Gedicht wieder einmal las, war plötzlich die Frage da – und was macht Frau Korf, die treue Gattin, die nie besungene oder bedichtete? So ließ ich sie einfach auferstehen. Ja, Korf hat vielleicht eine Mittagszeitung erfunden, aber irgendwer muss sie doch auch drucken, sonst könnte sie niemand lesen – und das ist für mich Frau Korf. Eine die anpackt, die Ideen hat, die endlich mal einen eigenen Platz bekommen soll, raus aus dem Schatten des Gatten. Also Herr Korf, erfinde nur weiter, aber deine Frau hat inzwischen ihre eigene Werkstatt und wenn sie erfindet, dann aber mit Ratatazeng!